


Schülerinnen und Schüler aus dem Stadtkreis Frankfurt (Oder) werden rechtzeitig, systematisch und langfristig auf die für sie passende Berufsausbildung und damit auf den künftigen Arbeitsmarkt vorbereitet
1. Was bedeutet KompASS?
KompASS ist die Kurzbezeichnung für Kompetenz-Agentur für Schülerinnen und Schüler. Der Kompass ist aber auch jedem als Gerät zur Bestimmung der Himmelsrichtung - also zur Orientierung – bekannt. Und genau das will die KompASS! Den Schülerinnen und Schülern Hilfestellung und Unterstützung bei der Berufsorientierung anbieten, Praktika zum Ausprobieren verschiedener Berufe organisieren und gemeinsam mit allen Interessierten den Weg zur richtigen Berufswahl finden.
2. Manche Schülerinnen und Schüler haben überhaupt noch keine Vorstellungen darüber, was sie einmal arbeiten wollen. Kann die KompASS bei der Berufswahl helfen?
Die KompASS verfolgt das Anliegen, Schülerinnen und Schüler über einen längeren Zeitraum bei der schwierigen Berufsfindung zu begleiten. Dabei wird großer Wert auf die enge Zusammenarbeit mit dem BIZ der Agentur für Arbeit und den Schulen gelegt. Viele wichtige Informationen zur Berufswahl erfahren die Jugendlichen bei Veranstaltungen des BIZ, durch Gruppengespräche der Mitarbeiter der Agentur für Arbeit in den Schulen oder in persönlichen Gesprächen. Die KompASS-Mitarbeiter vertiefen die Erkenntnisse aus diesen Informationen mit ihrem Wissen über die Anforderungen aus der Wirtschaft und organisieren das Ausprobieren in verschiedenen Berufen. Die KompASS kann also Hand in Hand mit dem BIZ und den Schulen helfen, die richtige Berufswahl zu treffen - je eher natürlich, umso besser.
3. Wie viele Berufe kann ich mit der Unterstützung der KompASS ausprobieren?
Theoretisch besteht die Möglichkeit, 72 Berufe kennenzulernen. Es ist aber bestimmt klar, dass im Rahmen von Schülerpraktika mit begrenztem Zeitrahmen nicht 72 Berufe ausprobiert werden können. Deshalb arbeitet KompASS eng mit den Schulen zusammen, um sytematisch, beginnend in der Klassenstufe 7 die 13 Berufsfelder, denen sich die 72 Berufe zuordnen lassen, den Schülerinnen und Schülern bekannt zu machen, Interessen zu wecken und Neigungen zu entdecken. Es findet also eine gewisse Vororientierung statt, die möglicherweise schon früh in eine bestimmte Richtung (Kompass) deutet. Nach dieser Vororientierung sollte man sich ab Klasse 8 in ausgewählten Berufsfeldern ausprobieren, vertieft weiter orientieren.
4. Wie ist es überhaupt möglich, dass KompASS Berufsorientierung in 13 Berufsfeldern mit 72 Berufen anbieten kann?
Ausgangspunkt für dieses umfangreiche Angebot war der Zusammenschluss von 5 kompetenten Berufsbildungsdienstleistern aus Frankfurt (Oder) zu einem Trägerverbund. Nur das gemeinsame Herangehen an die Aufgabe, Berufe zum Anfassen in großer Vielfallt den Schülerinnen und Schülern vorzustellen, hat es ermöglicht, viele in unserer Region nachgefragte Berufe ausprobieren zu können.
5. Welche Bildungsdienstleister haben sich zum Trägerverbund zusammengeschlossen?
Das sind die vier freien Bildungsträger bbw Bildungszentrum als Projektträger und seine Kooperationspartner Deutsche Angestellten - Akademie DAA, Internationaler Bund IB und Überbetriebliches Ausbildungszentrum Bauwirtschaft ÜAZ aus Frankfurt (Oder), die das Praxislernen in ihren Einrichtungen durchführen. Weiterhin unterstützt die IHK-Projektgesellschaft Frankfurt (Oder) als 5. Partner die Realisierung des Projektes.
6. Wer bezahlt das umfangreiche Leistungsangebot der KompASS?
KompASS plus wird aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union, aus Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie der Agentur für Arbeit gefördert.
7. Wann kann ein Schülerpraktikum durchgeführt werden?
Grundsätzlich ist die KompASS bestrebt, mit den Schulen Vereinbarungen zum Praxislernen in den verschiedenen Klassenstufen abzuschließen. Damit soll erreicht werden, dass die Berufsorientierung systematisch von Klasse 7 bis Klasse 10 durchgeführt werden kann und zur Entwicklung und späteren Verfestigung eines realistischen Berufswunsches führt. Selbstverständlich können auch individuelle Praxistage im Ergebnis von persönlichen Gesprächen z. B. in den Schulferien organisiert werden.
8. Wenn man einen Beruf ausprobiert, der einem aber während des Praktikums nicht mehr gefällt, kann man dann einen anderen ausprobieren?
Das ist der eigentliche Sinn bei der Durchführung des systematischen Praxislernens. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich in mehreren Berufsfeldern ausprobieren und dabei erkennen, was ihnen liegt und Spaß macht, aber auch, was ihren bisherigen Vorstellungen von bestimmten Berufen nicht entspricht.
9. Kann ein durch die KompASS organisiertes Praktikum beim Finden einer Lehrstelle helfen?
Wenn sich durch das Ausprobieren mehrerer Berufe ein bestimmter Berufswunsch verfestigt, werden sich die Mitarbeiter der KompASS für Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Klassen um betriebliche Praktika zur vertieften Berufsorientierung bei solchen Unternehmen bemühen, die den Bedarf an Auszubildenden signalisieren. Hierzu arbeitet die KompASS außer mit dem BIZ mit den Kammern und Wirtschaftsverbänden zusammen und überzeugt in Betriebsgesprächen Firmeninhaber vom Nutzen der Sicherung von Arbeitskräften durch die eigene Ausbildung. Bei diesen Betriebspraktika kann dann jede/r Jugendliche selbst beweisen, dass sie/er der richtige Kandidat für die Ausbildungsstelle ist.
10 In einigen Schulen wird mit einem Berufswahlpass gearbeitet. Welchen Nutzen hat dieser Berufswahlpass?
Die Mitarbeiter der KompASS unterstützen die Einführung des Berufswahlpasses als Berufsorientierungsinstrument für alle Schülerinnen und Schüler. Neben Informationen, Anregungen und Hilfen dient er der Selbsteinschätzung durch kritische Betrachtung und Dokumentation der eigenen persönlichen Voraussetzungen, also der eigenen Stärken, aber auch Schwächen. Der Berufswahlpass bietet die Möglichkeit, anderen zu zeigen, was man selbst alles im Bereich der Berufsorientierung unternommen hat. Und das ist mit Sicherheit eine große Hilfe, denn die Arbeitgeber sind schon neugierig auf die eigenen Initiativen der Bewerber/innen auf einen Ausbildungsplatz.
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